GLAREUM.NET›Kapitel 1›Grundlagen

1.1 Körnung lesen

Eine Körnung wie 8/16 nennt zwei Sieböffnungen in Millimetern. Das Material fällt durch das größere Sieb und bleibt auf dem kleineren liegen.

Ein Stapel aus zwei Sieben und einer Auffangschale. Das 16-mm-Sieb hält einige große Steine zurück, auf dem 8-mm-Sieb bleibt die Körnung 8/16 mm liegen, Sand und Staub fallen in die Schale. 16-mm-Sieb hält Körner über 16 mm zurück 8-mm-Sieb hält die Körnung 8/16 mm zurück Auffangschale Sand und Feinanteile unter 8 mm
Was 8/16 bedeutet: das Gestein, das durch ein 16-mm-Sieb fällt, aber auf einem 8-mm-Sieb liegen bleibt. Eine Körnung ab 0, etwa 0/16, enthält auch den Inhalt der Schale.

Auf einen Blick

Erste Zahl
Das kleinere Sieb (d). Körner darunter sind entfernt. 0 heißt: Nichts ist entfernt, bis hinunter zum Staub.
Zweite Zahl
Das größere Sieb (D), das größte Korn. Es bestimmt, wie dünn die Schicht sein darf, in die das Material passt.
Beginnt bei 0
Abgestuft, mit Feinanteilen. Lässt sich hart verdichten und hält Wasser. Für Tragschichten und Auffüllungen.
Beginnt über 0
Keine Feinanteile, offene Lücken. Wasserdurchlässig, lässt sich kaum verdichten. Für Drainage und als grobe Gesteinskörnung im Beton.

Warum 0/16 oder 8/16?

0/16 mm

Alles vom Staub bis 16 mm. Die kleinen Körner füllen die Lücken zwischen den großen, deshalb lässt es sich zu einer harten, dichten Schicht verdichten, die Last trägt.

8/16 mm

Nur Steine zwischen 8 und 16 mm. Etwa 30–40 % des Volumens bleiben offen, deshalb läuft Wasser hindurch.

Gängige Körnungen und wo dieses Handbuch sie verwendet

KörnungWas es istVerwendet für
0/2 mmFeinsandDünne Mörtelfugen, Oberputz, Pflasterfugen
0/4 mmSandBeton, Mörtel, Estrich, Pflasterbettung, Leitungszone
2/5 mmFeinsplittPflasterbettung, breite oder wasserdurchlässige Fugen
4/8 mmFeiner Splitt oder KiesBeton für dünne Bauteile
8/16 mmSplitt oder KiesBeton, Drainage, unter Pfosten
16/32 mmGrober Splitt oder KiesKapillarbrechende Schicht, Drainage, Fundamente
32/63 mmSchotterSickergruben, wasserdurchlässige Tragschicht
0/16 mmKorngemisch, gebrochen oder rundKiesdecken, Tragschicht unter Wegen, Gesteinskörnung für Beton als Korngemisch
0/32 mmGebrochen, mit FeinanteilenTragschichten, Schottertragschichten, tragfähige Auffüllung
0/63 mmGebrochen, mit FeinanteilenTragschicht unter Einfahrten, tiefe Auffüllung

So sieht jede Körnung aus Illustrationen von oben, nicht im gleichen Maßstab

Schritt für Schritt: Körnung vor der Bestellung lesen

  1. 1

    Vergleichen Sie die zweite Zahl mit der Schichtdicke.

    Halten Sie sich an die ACI-Regel für Platten: Das größte Korn darf höchstens ein Drittel der Schichtdicke betragen. In eine 30 mm dicke Pflasterbettung passen Körner bis 10 mm, also 0/4 oder 2/8, aber nicht 8/16.

    Eine dünne Schicht neben einem Zollstock
  2. 2

    Prüfen Sie die erste Zahl: 0 oder nicht?

    Eine 0 bedeutet: Feinanteile sind enthalten. Wählen Sie diese Körnung, wenn die Schicht verdichtet werden und Last tragen muss. Eine Zahl über 0 bedeutet: Die Feinanteile sind entfernt. Wählen Sie diese Körnung, wenn Wasser durchlaufen soll oder wenn Zement jeden Stein umhüllen muss.

    0/16 und 8/16 nebeneinander
    0/16 und 8/16 nebeneinander Illustration
  3. 3

    Lesen Sie die Angaben neben der Körnung.

    Die Körnung allein reicht nicht. Gebrochen oder rund (1.2) und gewaschen oder nicht (1.3) verändern, wie sich dieselbe Körnung verhält.

    Ein Produktetikett mit Körnung, Kornform und Angabe, ob das Material gewaschen ist
Technische Daten

Wie viel Über- und Unterkorn zulässig ist

Für grobe Körnungen wie 8/16 oder 16/32 verlangt DIN EN 12620, dass 85–99 % durch das obere Sieb fallen und höchstens 20 % durch das untere Sieb. Mindestens 98 % müssen durch ein Sieb mit der 1,4-fachen Öffnungsweite des oberen Siebs fallen. Bis zu 15 % einer 8/16 dürfen also etwas über 16 mm liegen, aber fast nichts über 22 mm. Für Sand wie 0/4 müssen 85–99 % durch 4 mm fallen.

Die Siebreihe

In der Schreibweise d/D steht d für die untere und D für die obere Siebgröße: Körnung 0/4 heißt untere Siebgröße 0 mm, obere Siebgröße 4 mm. In anderen Ländern schreibt man dafür oft 0–4. EN-Körnungen verwenden eine feste Reihe von Sieböffnungen, die sich mit jedem Schritt verdoppelt: 0,063, 0,125, 0,25, 0,5, 1, 2, 4, 8, 16, 31,5 und 63 mm. Hersteller dürfen Zwischensiebe aus einer von zwei Reihen ergänzen: 5,6, 11,2, 22,4 und 45 mm oder 6,3, 10, 12,5, 14, 20 und 40 mm. Nach DIN EN 12620 darf 31,5 mm als 32 geschrieben werden. Die größere Zahl muss mindestens das 1,4-Fache der kleineren sein.

Sand, grobe Gesteinskörnung und Korngemisch

DIN EN 12620 bezeichnet ein Material als feine Gesteinskörnung, wenn es bei 0 beginnt und bei 4 mm oder weniger endet, und als grobe Gesteinskörnung, wenn es bei 4 mm oder mehr endet und bei 2 mm oder mehr beginnt. Ein Korngemisch beginnt bei 0 und endet bei 45 mm oder weniger.

Feinanteile

Feinanteile sind die Körner, die durch das 0,063-mm-Sieb fallen. US-Normen wie ASTM C33 verwenden stattdessen 0,075 mm (75 µm, das Sieb Nr. 200). Siehe 1.3.

Sieblinie

Eine Sieblinie oder Siebanalyse listet den Siebdurchgang in Prozent für jedes Sieb auf. So werden die oben genannten Grenzen geprüft.

Quellen

  1. EN 12620:2002+A1:2008 Aggregates for concrete (Gesteinskörnungen für Beton): Abschnitt 3 Begriffe, Abschnitt 4.2 und Tabelle 1 (Siebsätze, D/d ≥ 1,4, 31,5 als 32 geschrieben), Tabelle 2 (Kategorien der Korngrößenverteilung GC85/20 und GF85)
  2. EN 12620 overview slides, Spanish Ministry of Public Works: feine Gesteinskörnung D ≤ 4 mm und d = 0; Korngemisch D ≤ 45 mm und d = 0
  3. Oregon State University Extension EM 9204, Soakage trenches: gewaschenes, eng gestuftes Gestein für Speicherschichten hat etwa 40 % Porenraum
  4. University of Kentucky Cooperative Extension AEN-108, Permeable pavement for stormwater management: Hohlraumanteil im Speicher aus sauberem Gestein typischerweise 30–40 %
  5. ACI 318-19 §26.4.2.1 (ACI FAQ): größtes Korn höchstens ⅓ der Plattendicke, hier auf jede Schicht angewendet
  6. ACI Education Bulletin E1-07: Grenzwert für Feinanteile in US-Normen, gemessen am 75-µm-Sieb (Nr. 200)
  7. Washington State Department of Ecology: Kies mit Brechsand-Feinanteilen lässt sich verdichten; gewaschenes, sauberes Gestein “will not tightly compact” (sinngemäß: lässt sich nicht dicht verdichten)

GLAREUM.NET · Aggregate Handbook