GLAREUM.NET›Kapitel 5›Mörtel, Putz und Estrich

5.2 Wand verputzen

Ein zweilagiger Putz aus Sand, Zement und Kalk auf Ziegel-, Stein- oder Betonwänden, innen oder außen.

Schnitt durch eine verputzte Wand: Mauerwerk, ein 12 mm dicker, aufgekämmter Unterputz und ein 5 mm dicker Oberputz. 1 Mauerwerk sauber, feucht, Fugen frei 2 Unterputz 12 mm · Sand 0/4 mm 3 Oberputz 5 mm · Sand 0/1 oder 0/2 mm
Schnitt, stark vergrößert gezeichnet. Jede Lage ist dünner und nicht fester als die darunter.

Auf einen Blick

Schwierigkeit
3 von 4
Lagen
2 Lagen, zusammen etwa 17 mm
Werkzeug
Mischer, Putzbrett, Glättkelle, Richtlatte, Kratzer oder Putzkamm, Holz- oder Schwammbrett, Sprühgerät
Aufbau
  1. 1  Mauerwerk
  2. 2  Unterputz
  3. 3  Oberputz

Was Sie brauchen je m², 12 mm Unterputz + 5 mm Oberputz, 1 : 1 : 6

MaterialKörnungArtMenge
Sand (Unterputz) 0/4 mm Gewaschen, scharf, gut abgestuft 19 kg
Sand (Oberputz) 0/2 mm Gewaschen, für eine strukturierte oder abgeriebene Oberfläche 8 kg
oder 0/1 mm Für eine glatte Oberfläche
Zement – CEM I oder CEM II 4 kg
Kalkhydrat – Baukalk 1,1 kg

Warum unten 0/4, oben 0/2?

0/4 mm

Für den 10–15 mm dicken Unterputz. Gröbere, scharfe Körner ergeben eine feste, offene Lage, die sich gut aufkämmen lässt und die Wand ausgleicht.

0/1 oder 0/2 mm

Für den dünnen, 3–8 mm dicken Oberputz. Die Körner müssen viel kleiner sein als die Lage dick ist, sonst schleift das Reibebrett sie mit und reißt die Oberfläche auf. Je feiner der Sand, desto glatter die Oberfläche.

Schritt für Schritt

  1. 1

    Wand säubern und annässen.

    Bürsten Sie Staub, losen Mörtel und Farbe ab. Kratzen Sie auf glatten Wänden die Fugen aus, damit der Putz Halt findet. Feuchten Sie die Wand an, damit sie dem Putz nicht das Wasser entzieht, aber lassen Sie kein stehendes Wasser zurück.

    Wand annässen
  2. 2

    Unterputz 10–15 mm dick auftragen und eben abziehen.

    Mischen Sie 1 Teil Zement, 1 Teil Kalk, 6 Teile Sand 0/4 mm. Drücken Sie den Putz mit der Kelle kräftig an, dann ziehen Sie ihn mit der Richtlatte eben ab. Tragen Sie in einer Lage nicht dicker als etwa 15 mm auf.

    Unterputz abziehen
  3. 3

    Unterputz aufkämmen.

    Wenn er angezogen hat, kämmen Sie flache waagerechte Rillen hinein. Sie geben dem Oberputz Halt.

    Aufgekämmte Oberfläche
  4. 4

    Fest werden und ausschwinden lassen.

    Besprühen Sie den Putz mit Wasser, damit er nicht zu schnell austrocknet. Die nächste Lage kommt erst darauf, wenn diese fest ist und ausgeschwunden hat. Bei kalkreichen Mischungen und feuchtem Wetter kann das Wochen dauern.

    Unterputz besprühen
  5. 5

    Oberputz 3–8 mm dick auftragen und abreiben.

    Gleiche oder schwächere Mischung, mit dem feineren Sand. Tragen Sie ihn gleichmäßig auf und reiben Sie ihn mit dem Reibebrett in kleinen Kreisen ab, sobald er anzieht.

    Oberputz abreiben
  6. 6

    Beim Erhärten feucht und schattig halten.

    Besprühen Sie den Putz und schützen Sie ihn in den ersten Tagen vor direkter Sonne und Wind. Putz, der zu schnell trocknet, reißt.

    Fertiger Putz, feucht gehalten
Technische Daten
TeilKörnungDickeAusführung
1 Mauerwerk––Sauber, tragfähig, angefeuchtet. Glatte Flächen aufgeraut.
2 Unterputz0/4 mm10–15 mm1 : 1 : 6. Eben abgezogen, aufgekämmt, fest werden und ausschwinden lassen.
3 Oberputz0/1 oder 0/2 mm3–8 mm1 : 1 : 6 oder schwächer. Abgerieben. Vor schnellem Austrocknen geschützt.

Mischung

Zement : Kalk : Sand in Raumteilen. 1 : 1 : 6 für den Unterputz auf normalen Ziegeln, Steinen oder Beton. Auf weichem oder altem Mauerwerk nehmen Sie die schwächere Mischung 1 : 2 : 9. Der Oberputz hat dieselbe Mischung wie der Unterputz oder eine schwächere, nie eine festere.

Dicke

Unterputz etwa 9–16 mm, Oberputz etwa 3–10 mm. Zwei Lagen in diesen Dicken ergeben zusammen rund 12–26 mm. Keine einzelne Lage sollte dicker als etwa 15 mm sein.

Sand

Scharf, gewaschen und gut abgestuft, ohne Ton oder Schmutz. Verschmutzter Sand führt zu Netzrissen in der Oberfläche. Nehmen Sie für den dünnen Oberputz feineren Sand (siehe Kapitelseite).

Quellen

  1. Mortars, plasters and renders (Spelthorne Borough Council, advisory leaflet 7): Unterputz 9–16 mm, Oberputz 3–10 mm, jede Lage dünner und gleich fest oder schwächer; 1 : 2 : 9 für schwächere Untergründe; scharfer, gut abgestufter Sand; verschmutzter Sand führt zu Netzrissen
  2. US National Park Service, Preservation Brief 22: stucco: zwei oder, häufiger, drei Lagen; die ersten beiden zusammen meist nicht mehr als etwa 16 mm (5/8 in), Oberputz etwa 6 mm (1/4 in); Putz darf nicht zu schnell trocknen, sonst reißt er
  3. University of Babylon, Methods of construction and estimation, lecture 14: Zement-Sand-Putz 1–2 cm; trockene Bestandteile schrumpfen beim Anmischen um etwa ein Viertel; Schüttdichte von Zement 1 400 kg/m³
  4. Public-sector works specification for screeds and plaster (UK Contracts Finder): Spritzbewurf bzw. aufgekämmte Lage höchstens 15 mm, muss vor der nächsten Lage trocknen und ausschwinden, was mehrere Wochen dauern kann; schnelles Austrocknen vermeiden
  5. NA to BS EN 1996-1-1 UK National Annex to Eurocode 6 (BSI 2007), Table NA.2: Mischungen Zement : Kalk : Sand 1 : 1 : 5–6 (M4) und 1 : 2 : 8–9 (M2) in Raumteilen
  6. NPTEL (Indian Institutes of Technology), soil mechanics worked examples: trockener Sand etwa 1 600 kg/m³
  7. US Office of Surface Mining (OSMRE), lime products, citing the National Lime Association: Kalkhydrat etwa 400 kg/m³
  8. EN 998-1 Specification for mortar for masonry: rendering and plastering mortar
  9. EN 13914-1 Design, preparation and application of external rendering
  10. EN 13139 Aggregates for mortar; ASTM C926 Application of portland cement-based plaster; ASTM C897 Aggregate for plaster

Mengen: 12 mm Unterputz plus 5 mm Oberputz ergeben 0,017 m³ Putz je m². Trockene Bestandteile brauchen etwa ein Drittel mehr Volumen als die frische Mischung, also etwa 0,023 m³, aufgeteilt 1 : 1 : 6, mit Schüttdichten von 1 400 kg/m³ für Zement, 400 kg/m³ für Kalk und 1 600 kg/m³ für Sand. Die Mengen enthalten keinen Verlust. Bestellen Sie etwa 10 % mehr, bei unebenen Wänden mehr.

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