GLAREUM.NET›Kapitel 8›Gartenwege

8.1 Weg aus losem Kies

Lose Steine, über einen festen, verdichteten Unterbau gerecht. Günstig, schnell gebaut und regendurchlässig, aber die Steine geben unter den Füßen nach: nicht für Rollstühle, Kinderwagen oder Gefälle.

Querschnitt eines Wegs aus losem Kies: eine dünne Lage loser Steine auf einer verdichteten Bindeschicht, auf einer Tragschicht aus Schotter, zwischen Randeinfassungen aus Brettern. 3 Lose Deckschicht 1–2 Steinlagen · 4/8 / 8/16 2 Bindeschicht 30–50 mm · 0/8 mm 1 Tragschicht 100 mm · 0/32 mm Gewachsener Boden
Querschnitt. Die lose Deckschicht ist dünn; getragen wird man von den festen Schichten darunter.
Ein Weg aus losem Kies mit Stahlkante.
Ein Weg aus losem Kies mit Stahlkante. Illustration

Auf einen Blick

Schwierigkeit
2 von 4
Zeitaufwand
1 Tag für 10 m Weg
Werkzeug
Spaten, Schubkarre, Rechen, Rüttelplatte oder Handstampfer, Schnur, Wasserwaage
Schichten
  1. 1  Tragschicht
  2. 2  Bindeschicht
  3. 3  Lose Deckschicht

Was Sie brauchen pro m²

MaterialKörnungArtMenge
Tragschicht 0/32 mm Gebrochen, mit Feinanteilen, 100 mm (3.1) 230 kg
Bindeschicht 0/8 mm Gebrochen, mit Feinanteilen, 40 mm 90 kg
Lose Deckschicht 4/8 oder 8/16 mm Gewaschen, gebrochen oder rund, ein bis zwei Steinlagen 16 kg pro 10 mm Dicke
Geotextil – Vlies (nicht gewebt), auf weichem oder nassem Boden 1 m² + Überlappung

Warum oben gebrochen oder rund?

4/8 mm rund

Rundkies (Perlkies). Sieht weich aus und fühlt sich glatt an, aber runde Steine rollen aufeinander: Sie verteilen sich, bilden Wellen und sinken unter einem Rad ein. Verwenden Sie ihn nur für Wege, die Sie zu Fuß begehen.

8/16 mm gebrochen

Kantige Steine verkeilen sich etwas (1.2), bleiben dadurch auf leichtem Gefälle besser liegen und wandern weniger in den Rasen. Keine der beiden Körnungen macht einen Weg fest genug für Rollstühle: Lassen Sie dafür die lose Deckschicht weg (8.2).

Schritt für Schritt

  1. 1

    Weg abstecken und ausheben.

    Heben Sie so tief aus, wie alle drei Schichten dick sind, etwa 140 mm plus die lose Deckschicht, und etwas breiter als der Weg. Tragen Sie den gesamten Oberboden ab. Planen Sie die fertige Oberfläche knapp über dem Boden daneben, damit das Wasser abläuft.

    Das ausgehobene Planum
  2. 2

    Randeinfassung setzen.

    Lose Steine brauchen eine feste Kante, sonst wandern sie in Rasen und Beete. Setzen Sie die Einfassung nach der Schnur, bevor die Tragschicht eingebaut wird (8.5).

    Einfassung nach der Schnur gesetzt
  3. 3

    Auf weichem oder nassem Boden ein Geotextil auslegen.

    Wenn Ihr Absatz in die Sohle der Grube einsinkt, legen Sie ein Geotextil (Vlies) über das ganze Planum, an den Seiten bis zur Einfassung hoch. Es hält Boden und Stein voneinander getrennt.

    Geotextil im Planum
    Geotextil im Planum Illustration
  4. 4

    Tragschicht einbauen und verdichten.

    Bauen Sie 100 mm Schotter-Tragschichtgemisch 0/32 ein wie bei einem Terrassenweg (3.1), mit etwa 2 % Gefälle zu einer Seite oder leicht gewölbt.

    Tragschicht verdichten
    Tragschicht verdichten Illustration
  5. 5

    Bindeschicht aufbringen und verdichten.

    Verteilen Sie 30–50 mm feuchten Splitt 0/8 mit Feinanteilen und verdichten Sie ihn kräftig. Auf dieser festen Schicht gehen Sie; die losen Steine decken sie nur ab.

    Die verdichtete Bindeschicht
  6. 6

    Lose Deckschicht dünn verteilen.

    Rechen Sie sie auf etwa eine bis zwei Steinlagen aus, nicht mehr. In dickem losem Kies geht man schlecht, und eine Schubkarre lässt sich kaum hindurchschieben.

    Lose Deckschicht abziehen
  7. 7

    In Form halten.

    Rechen Sie die Steine von den Rändern und aus dem Rasen zurück. Füllen Sie nach einigen Jahren mit demselben Material nach.

    Zurückrechen
Technische Daten
SchichtKörnungDickeAusführung
1 Tragschicht0/32 mm100 mmGebrochen mit Feinanteilen, verdichtet (3.1). Schottischer Wegebau-Leitfaden: mindestens 100 mm.
2 Bindeschicht0/8 mm30–50 mmGebrochen mit Feinanteilen, feucht, verdichtet. Dänischer Leitfaden für Parkwege: 3–5 cm unter losen Steinen.
3 Lose Deckschicht4/8 mm / 8/16 mm1–2 SteinlagenAbgezogen, nicht verdichtet.
Gefälle–etwa 2 %Zu einer Seite oder zu beiden (gewölbt).

Die Bindeschicht

Ein dänischer Leitfaden für die Kieswege königlicher und öffentlicher Gärten beschreibt eine lose Lage kleiner Steine über einer 3–5 cm dicken Schicht aus Kies oder Gesteinsmehl. Ohne feste Schicht darunter rutscht loser Kies in die Tragschicht, und der Weg wird weich.

Geotextil

Eine US-Naturschutznorm schreibt unter allen Kieswegen und Fußwegen ein Geotextil vor. Ein schottischer Wegebau-Leitfaden sagt, dass wenig begangene Wege auf gut entwässertem, festem Boden meist keines brauchen, und empfiehlt eine Absatzprobe des Bodens. Das Geotextil trennt weichen Boden von dem Stein darüber.

Quellen

  1. UK Government (MHCLG and Environment Agency), Guidance on the permeable surfacing of front gardens (2009): loser Kies ist “Simple to construct and maintain” (sinngemäß: einfach zu bauen und zu pflegen) und günstig, aber “Gravel will scatter or form waves” (sinngemäß: Kies verteilt sich oder bildet Wellen), er ist “Not suitable on steeply sloping drives” (sinngemäß: nicht für steile Einfahrten geeignet) und “Not suitable for wheel-chairs” (sinngemäß: nicht für Rollstühle geeignet); ein Geotextil an der Sohle des Aufbaus
  2. Danish Palaces and Properties Agency (Slots- og Ejendomsstyrelsen) with the University of Copenhagen, Opbygning af befæstelser: gravel paths in Frederiksberg Have (2003): eine lose Lage kleiner runder Steine über 3–5 cm Kies oder Gesteinsmehl; ohne feste Schicht verschiebt sich loses Material, und der Weg wird weich
  3. Scottish Government, Rural Payments and Services: New path, unbound surface (2015): “minimum 100 millimetre depth Type 1 granular sub-base, compacted / rolled” (sinngemäß: mindestens 100 mm Tragschicht aus Type 1, d. h. Schotter-Tragschichtgemisch, verdichtet bzw. gewalzt); den Weg so profilieren, dass Wasser abläuft
  4. University of Florida IFAS Extension, Gardening Solutions: walkways in the landscape: “Loose materials like mulch and gravel will need edging” (sinngemäß: lose Materialien wie Mulch und Kies brauchen eine Einfassung); etwa 2 % Gefälle zu einer Seite für die Entwässerung
  5. National Parks Board Singapore (NParks), Gardening resource library: pathways: Kies muss nach einigen Jahren eventuell nachgefüllt werden
  6. USDA Forest Service, Soil stabilizers on universally accessible trails (R. Bergmann, 2000): Sand und erbsengroßer Kies sind für barrierefreie Wege ungeeignet; in losem grobem Gestein lässt sich ein Rollstuhl schwer wenden
  7. USDA NRCS Vermont, Conservation Practice Standard 575: Trails and walkways (2021): “A geotextile or other approved underlayment shall be designed and installed on all gravel trails and walkways” (sinngemäß: unter allen Kieswegen und Fußwegen ist ein Geotextil oder eine andere zugelassene Unterlage vorzusehen und einzubauen)
  8. Paths for All and Scottish Natural Heritage, Lowland Path Construction Guide (2019): wenig begangene Wege auf gut entwässertem, ausreichend festem Boden brauchen meist kein Geotextil; Absatzprobe im Gelände
  9. FHWA-RD-97-148, Granular base: natürliche Gesteinskörnungen wiegen eingebaut etwa 2,0–2,3 t/m³
  10. Penn State University, CE 584 concrete course notes: aggregates: Gesteinskörnung wiegt 1 520–1 680 kg/m³

Mengen: verdichtete Tragschicht und Deckschicht mit etwa 2,3 t pro m³, dem oberen Wert der 2,0–2,3 t/m³, die FHWA für eingebaute natürliche Gesteinskörnung angibt, also eher großzügig gerechnet; lose Steine und Bettungssand mit etwa 1,6 t/m³ (die Kursunterlagen der Penn State nennen 1 520–1 680 kg/m³ für Gesteinskörnung). Verschnitt ist nicht eingerechnet; bestellen Sie etwas mehr. Die Aushubtiefe ist die Summe der Schichten.

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